Du und deine Freunde auf der Insel

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Stell dir vor ...

... du unternimmst mit deinen Freunden eine Schiffsreise. Ihr habt es lustig und freut euch. Ihr genießt den frischen Seewind und seht den Fischen zu. Plötzlich werden die Wellen größer. Es gibt einen heftigen Sturm. Das Schiff wird hin und her gebeutelt. Ihr seht Blitze am Himmel. Der Kapitän schwitzt. Er verliert die Kontrolle. Das Schiff geht unter. Ihr landet alle im kalten Wasser. Am nächsten Morgen erwacht einer nach dem anderen von euch. Ihr seid auf dem Sandstrand einer Insel. Die Sonne wärmt euch wieder auf. Ihr setzt euch im Kreis zusammen und überlegt was ihr tun sollt. Die Handys funktionieren nicht mehr. Die Insel ist unbewohnt. Ihr beginnt euch zu organisieren. Ihr wollt gut miteinander leben. Ihr müsst einen Schlafplatz richten. Ihr braucht etwas zu essen und zu trinken. Ihr müsst eure Kleidung waschen. Ihr besprecht, wer was tut. Wahrscheinlich bestimmt ihr einen Chef, der die Arbeiten organisiert. Das macht jemand, der das gut kann. Jeder kann etwas anderes gut. Die eine kann gut Fische fangen, der andere weiß wie man eine Hütte baut. Ohne Chefin wird es Streitereien geben. Jeder weiß es besser und arbeitet alleine ohne Plan. Viele Aufgaben kann man nur gemeinsam tun. Eine Person muss den Überblick behalten.

 


Ein große Gemeinschaft braucht eine gute Organisation

Die ersten Monate funktionieren gut so. Es gibt Hütten zum Schlafen und eine Feuerstelle zum Kochen. Ihr esst Fische.

Zeichnung: Kinder beim Angeln

Wenn es ein Problem gibt, sucht ihr gemeinsam Lösungen. Aber eure Gemeinschaft wird größer. Ihr bekommt Kinder. Außerdem kentern öfter Schiffe. Dann kommen Schiffbrüchige auf eure Insel. Ihr werdet immer mehr Menschen. Ihr könnt eure Entscheidungen nicht mehr im Kreis mit allen treffen. Deshalb bestimmt ihr Chefs, die sich dann zusammensetzen. Dann müssen nicht mehr alle zu den Besprechungen kommen. Doch wer sollen diese Chefs sein, die Entscheidungen für euch treffen dürfen? Ihr beschließt diese zu wählen. Das macht ihr geheim. Jeder soll genau die wählen, die er will. Aber vorher müsst ihr bestimmte Sachen ausmachen. Wie genau funktioniert das Wählen? Wie lange ist der Chef dann Chef? Was wenn ihr nicht mehr wollt das diejenige Chefin ist? Ihr macht klare Regeln. Die schreibt ihr auf einem Papier auf. Alle arbeiten daran mit. Es gibt viele Ideen, Meinungen und Vorstellungen. Dieses Papier ist sehr wichtig. Es regelt wie eure Gemeinschaft funktionert. Ihr nennt es daher Bundesverfassung. Die Chefs setzen sich regelmäßig zusammen und beraten über neue Regeln des Zusammenlebens. Es braucht Ärztinnen und Krankenpfleger. Schulen sind wichtig. Außerdem stinkt es schon ziemlich auf eurer schönen Insel. Jemand muss sich um die Müllabfuhr kümmern. Jeder muss eine Aufgabe übernehmen. Die Chefs überlegen. Eine bestimmte Frau wäre beispielsweise eine gute Lehrerin. Wenn sie in der Schule arbeitet, kann sie sich nicht um ihre Familie kümmern. Die Gemeinschaft muss Aufgaben übernehmen. Die Lehrerin macht etwas für alle Kinder. Dafür hilft ihr die Gemeinschaft, dass es ihrer Familie gut geht. Diese Aufgaben werden Sozialleistungen genannt. 


Die Chefs – das sind wir!

Die Chefs nennen sich Minister. Nach einiger Zeit erfinden sie das Geld. Dadurch wird der Tausch eurer Waren erleichtert. Wer etwas tut und leistet, bekommt dafür Geld. Mit diesem Geld kann man wiederum Leistungen und Arbeit von anderen kaufen. Auch die Chefs benötigen Geld. Sie müssen die Sozialleistungen wie Krankenhaus, Schule, Müllversorgung, Straßenbau usw. bezahlen. Das Geld dafür bekommen sie von allen Menschen. Die Menschen müssen dafür Steuern bezahlen. Immer wenn wir etwas kaufen bezahlen wir Steuern. Dafür können wir Leistungen vom Staat in Anspruch nehmen. Die Chefs verwalten das Geld und entscheiden was mit dem Geld passiert.

Illustration: Waagschalen

Wir in Österreich leben heute in einem Land, das gut organisiert ist. Niemand braucht sich Sorgen zu machen, wie er die Schule oder die Lehrer bezahlen soll. Das regelt und organisiert der Staat. Doch wer ist der Staat? Der Staat sind letztlich wir alle. Jeder und jede einzelne von uns. Die Menschen vergessen das leider viel zu oft. Viele schimpfen und jammern, tun aber nichts dafür, dass sich etwas verändert. Wir bestimmen welche Regeln es gibt. Wir bestimmen wie die Güter und das Geld verteilt wird. Jeder von uns hat das Recht mit zu bestimmen.